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-0,81 % |
17.04/17:35 |
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WKN |
Jahreshoch |
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| DE0007042301 |
704230 |
- € |
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RHÖN-KLINIKUM kaufen 25.10.2007
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analystin vom Bankhaus Lampe, empfiehlt die Aktie von RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301 / WKN 704230) zu kaufen.
Die veröffentlichten 9-Monatszahlen würden belegen, dass es als privater Klinikbetreiber möglich sei Kliniken aller Versorgungsstufen profitabel zu führen. Auch wenn der Privatisierungsdruck aufgrund der momentan guten Konjunkturentwicklung in Deutschland nicht ganz so hoch sei, dürfte der nach wie vor vorhandene Investitionsstau (derzeit schätzungsweise rund 50 Mrd. Euro) auch künftig externes Wachstum durch weitere Klinikübernahmen ermöglichen. Bis dahin seien auf Basis der bereits eingeleiteten Rationalisierungs- bzw. Restrukturierungsmaßnahmen weitere Ergebnisverbesserungen zu erwarten. Die Innovationskraft des Konzerns (bsp. Einrichtung von Kompetenzzentren, Ausbau der Telemedizin, Einführung der elektronischen Patientenakte) werde darüber hinaus auch längerfristig zu einer Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition führen.
Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen sei es dem Unternehmen gelungen Umsätze und Ergebnis weiter zu steigern. Belastungen in Höhe von rund 29 Mio. Euro bedingt durch die Erhöhung der Umsatzsteuer, der Einführung eines Sanierungsbeitrages und Tarifauswirkungen im ärztlichen Dienst würden überkompensiert. Zur positiven Geschäftsentwicklung hätten eine höhere Patientenzahl, Leistungsausweitungen und Restrukturierungserfolge bei Neuakquisitionen, Bestandskliniken, medizinischen Versorgungszentren und Servicegesellschaften beigetragen.
Besonders hervorzuheben sei der vollständige Abbau der Verluste beim Universitätsklinikum Gießen/Marburg. Nach Erreichen des Break-Even zum Halbjahr dieses Jahres, habe im dritten Quartal wie im Quartal zuvor ein weiterer leichter Überschuss erwirtschaftet werden können, so dass nach neun Monaten ein Ergebnis vor Steuern von 0,8 Mio. Euro habe erwirtschaftet werden können.
Der Integrationsprozess des Krankenhauses Köthen (gehöre seit 01.04.2007 zum Konzern) werde für das Gesamtjahr 2007 wohl noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 0,6 Mio. Euro ausweisen, jedoch dürften die auch hier steigende Patientenzahl sowie die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in 2008 mindestens zu einem Break-Even führen.
Der Ausbau der MVZ-Kapazitäten werde ebenfalls weiter vorangetrieben. Derzeit seien bereits 11 MVZ's in betrieb. Bis Ende des Jahres sollten drei weitere Standorte hinzukommen. Die Anlaufverluste hätten abgebaut werden können, so dass im dritten Quartal der Break-Even erreicht worden sei.
Mit den zum 1. Januar dieses Jahres gegründeten zehn Servicegesellschaften zur Erbringung von infrastrukturellen Leistungen (bsp. Reinigung, Catering) lasse sich der Bedarf nun kostengünstiger erbringen. Der Ergebnisbeitrag sei mit 0,5 Mio. Euro in den ersten neun Monaten leicht positiv gewesen. Die Inbetriebnahme der Servicegesellschaften habe letztlich zu einer auf Konzernebene im Vgl. zum Vorjahr gesunkenen Materialquote geführt, während die Personalquote einen leichten Anstieg zu verzeichnen habe. Hintergrund dieser Entwicklung sei, dass die im Vorjahr noch fremd bezogenen Dienstleistungen vollständig unter den bezogenen Leistungen im Materialaufwand erfasst worden seien, während sie nun unter den Personalaufwendungen zu finden seien.
In den mittlerweile 46 zum Konzern gehörenden Kliniken habe die Patientenzahl in den ersten neun Monaten um 12,3% auf 1.165 138 gesteigert werden können. Der Großteil entfalle dabei mit 83% auf den ambulanten und rund 17% auf den stationären Bereich. Bereinigt um Konsolidierungseffekte sei ein internes Wachstum von 2% verblieben.
Der Anstieg des Konzerngewinns sei wie erwartet beeinflusst von einem einmaligen Steuereffekt (Neubewertung latenter Steuerpositionen) in Höhe von 10 Mio. Euro. Ohne diesen Einmaleffekt, sowie ohne den Effekt aus der Marktbewertung der Finanzierungsinstrumente sei der Konzerngewinn in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 5,6 Mio. Euro auf 75,7 Mio. Euro (+8%) angestiegen. Ab 2008 werde sich eine günstigere Steuerquote von dann rund 18% (statt bislang 27%) positiv auf das Ergebnis auswirken.
Das Investitionsvolumen in den ersten neun Monaten liege bei knapp 180 Mio. Euro, dabei seien 16 Mio. Euro auf Klinikübernahmen bzw. Kaufpreisraten entfallen. Für das Gesamtjahr 2007 seien weitere 75 Mio. Euro an Investitionen zu erwarten. Die Nettokreditverschuldung sei von 439 Mio. Euro auf 474 Mio. Euro angestiegen, das Eigenkapital von 728,7 auf 786,0 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liege nun bei 38,2% (im Vergleich zu 36,7% zum 31.12.2006). Der erwirtschaftete Cash Flow liege bei 140,7 Mio. Euro nach 122,0 Mio. im Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr erwarte der Konzern weiterhin Umsatzerlöse in Höhe von rund 2 Mrd. Euro und einen Konzerngewinn von nunmehr "leicht über" den ursprünglich angegebenen 110 Mio. Euro. In ihren Schätzungen würden die Analysten für das Gesamtjahr von einem Nettoergebnis in Höhe von 112 Mio. Euro aus gehen, was einem Gewinn je Aktie von 1,04 Euro entspreche. Die freien Kreditlinien in Verbindung mit den bei der Hauptversammlung genehmigten Kapitalmaßnahmen würden auch künftiges Wachstum mittels weiterer Akquisitionen ermöglichen. Im Fokus der künftigen Akquisitionstätigkeit dürften auch weiterhin Krankenhäuser stehen, die aus regionalen Gesichtspunkten gut ins Portfolio passen würden oder etwa zu einem vielversprechenden Kompetenzzentrum ausgebaut werden könnten. Nach den gesammelten Erfahrungen mit den Kliniken Gießen/Marburg, könnte auch eine weitere Uniklinik als Akquisitionsziel in Frage kommen.
Als langfristiges Ziel habe sich RHÖN-KLINIKUM zum Ziel gesetzt als flächendeckender Vollversorger aufzutreten. Dabei werde der weitere Ausbau der standortübergreifenden Vernetzung im Klinikverbund eine wichtige Rolle spielen, nicht zuletzt auch um entsprechende Kosten-Nutzen-Effekte generieren zu können. Die Einbindung der medizinischen Versorgungszentren MVZ's und die Etablierung fachbezogener Kompetenzzentren (Bsp.: Marburg als Kompetenzzentrum für Onkologie, Leipziger Herzzentrum) würden nach Erachten der Analysten auch langfristig zu einer Stärkung der Wettbewerbsposition beitragen.
Mit dem Ausbau der Telemedizin in den Kliniken würden sich neue Möglichkeiten bieten, das vorhandene Know-How auch klinikübergreifend nutzbar zu machen, um auch in kleineren Kliniken eine hochwertige Versorgung auf entsprechendem Niveau anbieten zu können. Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (im September sei der Vertrag zur konzernweiten Einführung der webbasierten elektronischen Patientenakte abgeschlossen worden) zeige sich das Unternehmen zudem als "Trendsetter" in der Krankenversorgung. Projekte wie der Bau der Ionen-Anlage zur Partikeltherapie am Standort Marburg mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 118 Mio. Euro (Finanzierung erfolge aus Cash-Flows) zeige sich der Klinikbetreiber zudem innovationsstark.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die RHÖN-KLINIKUM-Aktie von "halten" auf "kaufen" herauf. Das Kursziel werde von 46 Euro auf 25 Euro reduziert. (Analyse vom 25.10.2007) (25.10.2007/ac/a/d)
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